Aus Camping wird Glamping

Nach diesen vier wunderbaren Tagen auf Eco Gecko’s Mini Autokamp bei Buje verlassen wir diesen schönsten Campingplatz unserer Reise Richtung Küste. Poreč ist unser Ziel. Die fast 400 Höhenmeter verteilen sich auf 50 km, so dass ich die Steigung wohl schaffen werde. Das nahegelegene 4 km entfernte Künstlerörtchen „Groznjan“ entpuppt sich als so bezaubernd, dass wir uns fragen, warum wir nicht schon vorher mal hierhergefahren sind. Groznjan wirkt so ursprünglich, dass man denken könnte, hier ist alles so wie vor vielen hundert Jahren. Kleine Galerien reihen sich an Schmuck- und Kleiderläden, kleine Bars und Restaurants verstecken sich in gemütlichen Ecken mit Blick über das grüne Kroatien bis zum Meer. img_4953.jpgimg_4942.jpgSchweren Herzens verlassen wir nach zwei Cappus dieses traumhafte Örtchen und rütteln uns den steilen Serpentinenschotterweg nach unten bis die Handgelenke schmerzen. Die Sonne knallt unbarmherzig und eine dicke Staubschicht legt sich auf uns und die Räder. Von entspannter Bergabfahrt kann wirklich keine Rede sein. Als wäre es nicht schon genug, kommen uns auch noch alle paar Meter Autos auf dieser einspurigen Straße entgegen. Kaum unten angekommen, überqueren wir die Mirna und zack geht es wieder bergauf (zum Glück auf Asphalt). Ich schaue auf die Uhr … 12:30 Uhr … denke „Oh man, das wird heiß“. Wenn die Büsche von rechts ab und zu Schatten werfen, freue ich mich, doch nach der nächsten Kurve, ist der Schatten leider auf der anderen Seite und wir sind der Sonne ausgesetzt. So wechselt das Schattenspiel. Im kleinsten Gang bei vollem Gepäck kurbele ich mich mit ca. 5-6 km/h weiter nach oben, rufe ca. 3mal „Pause“, atme, wische Schweiß aus meinem Gesicht, trinke, trinke und trinke bis ich den Flüssigkeitsverlust wieder reingeholt habe. Pinkeln muss frau dann nicht, auch praktisch. Nach ca. 1,5 Std. Ackerei erreichen wir –  ich mit brennenden Oberschenkeln und roter Birne – Vizinada. Geschafft! Ab hier kann’s nur leichter werden. img_5644.jpgimg_4957.jpgSogar eine Bar gibt es auf der Bergkuppe. Mit 4 Bitter Lemon und dicken Paninis füllen wir unsere Energiespeicher wieder auf und los geht’s über die kleinen Landstraßen, durch Waldstücke, durch die Weinberge und durch alte Dörfchen mit traumhaftem Panorama bis zum Meer. Im Hafen von Poreč gönnen wir uns schon ein Bier – was wir später bereuen – und sind stolz auf unsere Leistung heute. Leider kommen noch einige kleine Anstiege durch den Pinienwald an der Lagune entlang, mit denen wir nicht mehr gerechnet hatten. Mit Bier in den Beinen fällt es uns schwerer, zumal der Campingplatz nicht gut zu finden ist und wir noch einige Wege doppelt fahren mussten. img_5666.jpgEndlich erreichen wir Camping Polidor. Ein „kleinerer“ Platz hier in dieser Gegend, wo es fast nur megagroße Plätze gibt, mit Einfahrten, die aussehen wie Grenzübergange. Die 38€ pro Nacht bringen den Platz an die Preisspitze unserer Plätze. Wir fragen uns, wozu? Doch als wir das Waschhaus sehen, das sehr neu erscheint und sehr luxuriös gestaltet ist, wissen wir, wohin das Geld u.A. fließt. Aber völlig unnötig! Wir fragen uns, ob es noch die normalen Campingplätze wie früher gibt … ob der Luxus dazu führt, dass mehr Menschen Camping bzw. Glamping (setzt sich zusammen aus Glamour und Camping) machen? Als Rolf zur Rezeption geht, um uns anzumelden, bringt mir ein kleines holländisches Mädchen von gegenüber eine kalte Flasche Wasser. Ich bedanke mich bei dem Papa und er äußert seine Anerkennung und Bewunderung für diese Tour. Das hören wir gerne! Rolf kocht wieder unsere Lieblingspasta und wir essen so viel wir können.

Leider macht uns das Wetter wieder einen Strich durch unsere Planung. Wir wollten nach 2 Nächten von Poreč mit dem Ausflugsschiff nach Rovinj fahren, um von dort unsere Rückreise per Schiff nach Triest anzutreten. Doch Wind und Regen verhindern, dass das Schiff ausläuft und so müssen wir 3 Nächte auf diesem viel zu lauten Campingplatz verbringen. Hinter uns die Straße, nachts bis in die frühen Morgenstunden laute Discomusik usw.

In solchen Fällen lässt Rolf es sich nicht nehmen, im Internet eine Kritik auf der entsprechenden Seite zu veröffentlichen. Prompt wird er am nächsten Tag beim Bezahlen von der Leitung darauf angesprochen, dass er bisher der Einzige sei, der solch eine negative Kritik äußerst und man es überhaupt gar nicht verstehen könne. Er versucht es Ihnen zu erklären – ohne Erfolg –  und lässt mal wieder eine Frau „frustiert“ zurück …

Eco Gecko’s Mini Autokamp

Es sollte nur eine Nacht werden – Jetzt sind wir schon den 4. Tag hier in Buje auf dem Eco Gecko’s Mini Autokamp und unsere Weiterfahrt an die Küste nach Poreč und Rovinj verzögert sich und damit auch die Tage am Meer, bevor wir von Rovinj mit der Fähre nach Triest, von da mit einem Busshuttle nach Salzburg mit abschließender Zugfahrt zurück nach Köln unsere vierwöchige Tour beenden – dafür muss es Gründe geben … img_5589.jpg
Wir sind hier an einem Ort im Inneren Istriens in aller Abgeschiedenheit voller Ruhe, wo die Menschen einen total entspannten Lebensrhythmus haben, der nix mit der Quirlichkeit und touristischen Hektik an der Küste gemein hat und auch nur einem Drittel des dortigen Preisniveaus. Der Campingplatz hat nur vier Stellplätze, obwohl genügend Platz für viel mehr wäre (ist wohl ein Problem von Genehmigungen), von denen 2 von Holländern belegt waren. Es gibt Wasser und Strom, sanitäre Einrichtungen, aber vor allem die Gastgeber Mike und Vanja, bei deren Herzlichkeit man sich eher als Familienmitglieder fühlt. Sie helfen einem auch mal mit einem kalten Pivo aus, wenn die nebenan gelegene Konoba/Trattoria (dazu schreibt Eve noch etwas) geschlossen hat, oder spendieren Zitronen, wenn wir diese im nächstgelegenen Supermarkt (5 km entfernt) vergessen haben , da wir abends den liebevoll gemauerten Grillplatz nutzen möchten, wobei es sich Mike nicht nehmen lässt, den auch eigenhändig zu entfachen …img_5610.jpg
img_5611.jpgAber vor allem ist es diese Ruhe am Tag und in der Nacht, die nur von Vogelgezwitscher unterbrochen wird, von denen ich jedenfalls noch nie etwas gehört habe. Morgens davon aufzuwachen, sich den ersten Caffè zu kochen und den Sonnenaufgang über den Bäumen zu erleben … Ist einfach gigantisch!img_5590.jpg
Jeden Morgen taucht Mike auf und fragt nach dem Wohlbefinden und wenn wir dann äußern, noch eine Nacht länger zu bleiben (Eve und ich werden uns da ganz schnell einig), quittiert er das nur mit einem breiten Grinsen.
Der nächstgelegene Ort – Buje – ist 5 km entfernt, natürlich auch hügelig, aber absolut empfehlenswert – ein mittelalterliches Bergdorf.img_5602.jpg
Am Donnerstag waren wir im Agrituhrizum Radešić essen, um die lokalen Spezialitäten zu genießen – so weit so gut – aber … Meine Fahrradnavi hatte mir eine 6 km lange Anfahrt (natürlich wieder mit auf und ab) vorgeschlagen, wobei es vergessen hatte, mir im Vorfeld den Tipp für den Kauf einer Machete zu geben, denn irgendwann wurde die Strecke zu einem einzigen Dschungel mit Brombeergestrüpp u.ä. – keine Durchkommen. Also Route umgemodelt und plötzlich wurden es 11 km mit diversen Steigungen – egal. Ich vorneweg, bloß um Eve keine Möglichkeit zu geben, Protest zu äußern. Der Gedanke an die Rückfahrt in der Dunkelheit nach einem guten Essen und entsprechendem Alkoholgenuss bereitete mir aber doch einiges Kopfzerbrechen …
Nach dem opulenten Mal, bei dem sich Eve beim Wein im Hinblick auf die Rüchfahrt doch merklich zurückhielt, meinten wir den vorgeschlagenen Digestif ablehnen zu müssen, da ich ansonsten wohl auch einige koordinative Probleme bekommen würde. Das veranlasste aber den Patrone dazu, uns vorzuschlagen, dass er uns mit seinem Auto ja nachhause bringen könnte … Ungläubiges Staunen unsererseits, aber nachdem er es wiederholte, glaubten wir es. Wir verstauten unsere Räder in den Caddy, mussten aber beim Losfahren einen Plattfuß feststellen. Aber auch das war kein Problem … Kurzer Pitstop und los ging’s. Wir konnten unser Glück nicht fassen, zumal wir auf der Rückfahrt nochmal registrierten, was uns alles bevor gestanden hätte. Wir glauben, die Tatsache, dass wir den Weg zu ihm in die Einsamkeit per Rad auf uns genommen hatten, ihn zu dieser generösen Tat bewogen hat …

Durch das kroatische Outback

Mittlerweile mögen wir so gerne ohne Außenzelt schlafen, es ist luftiger, da unser Innenzelt fast komplett luftdurchlässig, dadurch aber auch komplett einsehbar ist, was uns aber nicht stört – also fast wie unter freiem Himmel …
img_5569.jpgRolf besorgt im Mini-Markt alles, was wir zum Frühstück brauchen und da wir heute einen Wasch- und Ruhetag eingeplant haben, kümmere ich mich um die Wäsche. Wir liegen noch nicht lange Zeit am Pool, schon hören wir das Grollen und Donnern, dann der erste Tropfen und los geht’s (oje … unser schutzloses Zelt ….), Sachen einpacken und schnell zum Zelt, Außenzelt drüber, Wäsche abhängen und ins Zelt werfen, Packtaschen schließen (die Tatsache, dass wir ein eingespieltes Team sind, hilft uns in diesen Situationen) und uns unter den Baum stellen, denn jetzt prasselt der Regen monsunartig. Kühler Wind vertreibt die Hitze und lässt mich frieren. Die französische Familie flüchtet in ihr Auto und bietet uns Platz darin an. Wir verneinen und bleiben unter unserem Baum. Die nächste Regenpause kommt schon bald und so radeln wir zur Bar, um dort bei einem Bierchen weiter zu lesen. Auch bei unserem 2. Poolgang dauert es nicht lange, bis das nächste Gewitter anrollt. Und wieder einpacken, zurücklaufen usw. img_5574.jpgIrgendwann war der Zeitpunkt für’s Abendprogramm gekommen. Essen zu gehen war kurz eine Überlegung wert, doch dann einigten wir uns auf die Fortsetzung unseres Pasta-Marathons. Mangels Olivenöl ohne Salat. Schade! Doch in dem Restaurant gibt es doch so viele Ölflaschen … das wird doch wohl möglich sein, nur eine einzige zu entwenden, fällt doch eh nicht auf. Während wir zwei „Mezzo“ Vino Bianco trinken, inspiziere ich beim Toilettengang die Lage. Rechts vom Eingang stehen auf einem Tisch mehrere Ölflaschen. Eine davon wird es sein! Mit Rolfs Rucksack bewaffnet, stelle ich mich genau dorthin, warte bis alle Kellner draußen sind und schwupps ist eine Flasche im Rucksack verschwunden. Vielen Dank an Belvedere Camping! Rolf schaut mich mit großen Augen an, ich lächle zurück und er weiß sofort Bescheid. Ich wundere mich, dass er noch nicht verschwunden, denn so etwas ist garnicht sein Ding. Doch er bleibt relaxt sitzen. Leicht angetrunken fallen wir ins Zelt.

Geweckt werden wir vom Geschrei der slowenischen Familie rechts neben uns. Unglaublich, wie sehr die sich anblöken, durcheinander reden, schreien, maulen usw. Wir packen und fahren bald los. Hier beginnt bald der Parenzana-Radweg, der anfangs wunderbar bergab auf glatten Radwegen führt. Immer wieder werden wir auch auf die Straße geleitet, wo es auch noch so viel heißer ist. Die Hitze nimmt zu, als wir die Grenze erreichen. Ein ungewohntes Gefühl, in Europa an einer Grenze anzustehen. img_5575.jpgWir werden durchgewinkt und ab nun geht’s auf Schotter berghoch. Anfangs so steil, dass ich schon passen wollte. Doch die Steigung relativiert sich wieder, so dass ich im kleinsten Gang weiter und weiter auf dem Schotter berghoch radelte. Jedes Schattenplätzchen ist ein Genuss! Zum Trinken muss ich anhalten, da beide Hände bei diesem Untergrund am Lenker bleiben sollten. Rolfs Tipp, das Halstuch als Stirnband zu nehmen, ist ein Volltreffer. Als endlich die Straße kommt, werden die Schatten kleiner. Die Hitze macht mir immer mehr zu schaffen und ich signalisiere, dass ich Abkühlung brauche, denn mein Kopf hat schon wieder erhöhte Temperatur und Farbe! Meine Haut, die kribbelt und brennt, sagt mir: „Raus aus der Sonne!“ Doch wie, wenn keine Bar, kein Dorf, kein Baum in Sicht sind? So muss es sich in Australien anfühlen, denke ich. Rote Schottererde unter uns, rote Beine, rotes Gesicht, rote Sonne über uns. Nichts rechts, nichts links … eben Outback. Da das Wasser in den Trinkflaschen fasst Kochwasser ist, hilft es beim Durstlöschen auch nicht weiter. Meine roten Beine trampeln und mein Kopf glüht. Bei Rolf glüht nix …

Immer weiter geht’s, als wie aus dem Nichts eine Bar rechts auftaucht. Oh danke, da hat mich jemand erhört! Mit Bitter Lemon – Rolf mit dunklem Radler – und Eiswürfel ins Halstuch gewickelt, kühle ich meinen Puls wieder runter. Das tut sooo gut! Hier scheint die Uhr stehen geblieben zu sein, denn das sieht hier aus, wie vor 50 Jahren … inklusive des muffigen Geruchs, der sogar bis nach draußen dringt. Er erinnert mich so an meine Oma, an alte Sofas, Kissen, Möbel. Jeder hier raucht eine Zigarette nach der anderen, blickt auf’s Handy oder ins Leere. Englisch kann keiner, bis auf die jüngere Kellnerin. img_5576.jpgNoch ca. 10 heiße Kilometer und ein paar Anstiege liegen vor uns. Wie gut, dass wir uns an der muffigen Bar mit unseren Brötchen stärken konnten. Der Parenzana-Radweg ist hier mehr ein Witz, denn er gleicht mehr einem einspurigen Reitweg. Eigentlich habe ich für heute mein Soll bezgl. Schotterwege schon lange erfüllt, doch es nimmt kein Ende.
Dass die letzten Kilometer vor dem Eco Gecko’s Mini Autokamp mal wieder nur steil berghoch gehen, brauche ich wohl nicht noch zu erwähnen. Unmöglich für mich mit Gepäck zu fahren. Ich schiebe 50 m, atme so lange, bis mein Puls sich normalisiert hat, schiebe weitere 50 m usw. Natürlich suche ich für meine Atempausen ein Schattenplätzchen, doch leider muss ich mich auch da das ein oder andere Mal der Sonne aussetzen. Rolf ist längst oben und beginnt bestimmt schon mit dem Zeltaufbau oder er fragt sich, wo ich wohl bleibe. Ob er wohl zurück kehren und mein Rad holen kommen würde, frage ich mich. Ach nein, bestimmt nicht. Der ist froh, dass er oben ist. Ob ich anrufen soll? Nein, bin doch kein Weichei. So verfolge ich meine Weg mit meiner Technik und siehe da, alles geht einmal vorbei. Natürlich hat Rolf oben gewartet! Kurz darauf erreichen wir den bisher tollsten Campingplatz auf unserer Tour, denn er ist klein, fast neu, nur mit vier Stellplätzen versehen, liegt inmitten dieses kroatischen Outbacks mit Blick bis ans Meer. img_5585.jpgMike, der warmherzige und freundliche Besitzer zeigt und erklärt uns alles, was wir brauchen. Sogar eine große Grillstelle gibt es hier. Dass ich erschöpft bin, ist mir anzusehen. „So sieht man eben aus, wenn man nicht im Sternchenhotel gepudert wird“, sage ich zu Rolf, als er mir ein Foto zeigt und bricht in schallendes Gelächter aus … img_5577.jpg

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(Po)oltag

Das Ein- und Auspacken gelingt uns immer schneller. Rucki zucki sind wir als eingespieltes Team fertig zur Abfahrt. Es sollte zwar nur noch bergab gehen, aber dennoch musste erst eine kleine Steigung überwunden werden. Dann sahen wir endlich Tiest vor uns im Talkessel liegen. Rolf entschied sich gegen die Abfahrt auf der Bundesstraße und für eine kleine steile Seitenstraße. Dass es dann gleich 23% und über mehre Kilometer sein mußten, war des Guten doch zu viel. Zumal mich neben der steilen Abfahrt in dieser kleinen und kurvigen Gasse auch noch der Gegenverkehr stresst. Wenn ich einmal absteige, habe ich echt Mühe vor lauter Steilheit wieder auf’s Rad zu kommen. Meine Handgelenke beginnen zu schmerzen und ich frage mich, warum wir nicht einfach die Hauptstraße hinuntergerollt sind. Das wäre zwar nicht kürzer, aber schneller gewesen. das In Triest am Bahnhof findet Rolf heraus, wie wir wieder zurück nach Tarvisio kommen – nämlich stündlich. Von dort sollte es kein Problem sein, zurück nach Salzburg zu kommen. bild-2.jpgimg_5534.jpgIn einer Bar gönnen wir uns dicke Paninis mit Käse und Schinken, Cappuccini und W-Lan für die weitere Planung. Unsere Route setzen wir mit dem Schiff quer über die Bucht nach Muggia fort und fahren an der Küste entlang bis Izola.img_5537.jpgMir gefällt dieser Abschnitt überhaupt nicht … Sonnenbaden auf Betonbänken … eng nebeneinander liegen viel zu viele Menschen manchmal auf Felsen oder eben auf diesen Betonplätzen … ich frage mich, was daran schön sein soll. Nach einem riesigen Industriegebiet bei Ankaran, kämpft Rolf gegen den Wind an der Küste entlang. Unser Camping „Belvedere“ liegt natürlich – wie der Name ja schon sagt – auf einem Berg. Hui, der hat es aber noch mal in sich, denn er zieht sich noch richtig schön hoch und vor allem in praller Sonne … Ohne Gnade treibt sie die Schweißtropfen aus meiner Stirn, die in meine Augen laufen, dass ich nichts mehr sehen kann. Das Anhalten und Schweißabwischen muss zwar sein, erschwert mir aber den anschließenden Aufstieg auf’s Rad. Das kostet am Berg nämlich richtig viel Energie. Oben steht Rolf mit trockenem Shirt und Normalpuls (unfassbar) mit nach oben gereckten Daumen und ruft „Super, Liebelein,“! Wie schön!img_5570.jpgNach der obligatorischen Pasta können wir uns von dem Belvedere Restaurant überzeugen und die grandiose Aussicht auf die Bucht von Izola genießen. Der Vino Bianco schmeckt auch hier und das W-Lan funktioniert phasenweise gut. Wir beschließen, den morgigen Tag zum Waschen, Aufladen und (Po)oltag zu nutzen.

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Die nächsten Tage …


Wie schön das ist, wenn morgens nicht die Regentropfen auf das Zelt prasseln, sondern die Sonne uns aus dem Zelt treibt, wenn auch ungewollt, da wir in unserem Eifer gestern Abend das Zelt zwar mit Blick auf den See dafür ohne Schatten aufgebaut hatten. So groß ist unsere Sehnsucht nach Wärme und Sonne … auch wenn sie uns etwas länger hätte schlafen lassen können. So ziehen wir kurzerhand um und richten uns im Schatten mit allem Pipapo ein. Für diesen Platz am See haben wir den Umweg von 20 km gerne in Kauf genommen, denn der türkisfarbene See umgeben vom Grün der Berge ist schon Entspannung pur und wir nutzen die nächsten Tage zur Regeneration diverser geschundener Körperteile. imageDas liebenswerte Dorf Alesso mit seinen Bars und dem morgendlichen Palaver, dem köstlichen Cappuccino und dem Alimentari bietet zudem alles, was das Herz begehrt, so dass wir hier die nächsten drei Tage das Campingleben endlich so richtig genießen können. Schnell wird Rolf’s Hängematte am See zum Lieblingsplätzchen. Wir hören Hörbücher rauf und runter, kühlen nur die Beine im 16 Grad (! Rolf taucht natürlich auch da ein) kalten Wasser und sonnen uns. Aber dann wird es auch wieder Zeit für ein Tourchen, wenn auch nur ein Kleines … Wir umrunden auf einer Tagestour den See inklusive einiger Anstiege … genießen unser Lieblings-Elektrolyt-Getränk in Italien – nein, es ist kein Bierchen – Lemon Soda und das obligatorische Panini.

Den Abschluss bildet dann – wie fast täglich – eine Portion Pasta mit einem Insalata Mista als Antipasto, dazu eine Flasche Wein und einem Absacker in der Bar – Bella Vita …imageUnsere nächste Etappe führt uns raus aus den Bergen, rein in die Ebene über Udine Richtung Grado. Aus den anvisierten 80 km werden dann doch wieder 90 km, da ich ich den ausgeschilderten Alpe-Adria-Radweg folgen möchte und nicht Rolf’s Tourenvorschlag (selbst schuld). Wie dämlich von mir, denn auf den letzten 20 km brennt der Po. Außerdem waren die ersten 30 km für mich extrem anstrengend. Es fing zwar harmlos flach an, doch dann tat sich eine Steigung nach der anderen auf und ich kurbelte mich in praller Sonne und im kleinsten Gang hoch … mein Pulsschlag weit oben, mein Kopf heiß und rot … so erreichte ich die Anhöhe … manchmal ging es ein kleines Stück zum Verschnaufen bergab, doch dann begann das gleiche Spiel von vorne. Je mehr Anstiege ich schaffte, je weniger Energie hatte ich zur Verfügung. So langsam zweifelte ich daran, unsere Etappenziel noch erreichen zu können. Denn wie sollte ich noch weitere 50 km fahren können, wenn ich jetzt schon nach 30 km völlig am Ende war, was Rolf mir auch zu verstehen gibt. Und mit „völlig am Ende“ meine ich auch völlig am Ende. Meine Wahrnehmung lässt dann nach, ich sehe und höre nur noch sehr eingeschränkt, ich keuche, ich schwitze, ich wische mir den Schweiß aus den Augen, da ich sonst nichts mehr sehen kann, ich schiebe, wenn mich die Kraft in den Beinen verlässt, das Rad den Berg hoch zu fahren, ich versuche durchzuhalten, zu kämpfen und sage mir immer wieder „Gleich ist es geschafft. Gleich muss es vorbei sein.“ Rolf spendiert mir sein Wasser, schüttet es in mein Käppi, damit es mich etwas kühlen kann, denn mein roter Kopf sieht bedenklich aus. Nach dem gefühlten fünften Anstieg bitte ich um eine Pause, setze mich hechelnd auf die Bordsteinkante, fühle mich hundeelend, kann nicht mehr, mir ist schlecht. Ich atme und atme, warte, dass der Puls sich beruhigt. Rolf wartet, bleibt auf Distanz. Wahrscheinlich wirke ich genervt. Ich versuche die Signale meines Körpers, die mir anzeigen „Es geht wieder“ wahr zu nehmen. Im nächsten Ort legen wir die ersehnte Pause ein. Ich setze mich vor die Bank der geschlossenen Bar und Rolf läuft los, um Lemon Soda und Wasser zu besorgen. Ich esse die Pasta von gestern und spüre, wie die Energie langsam wieder zurückkehrt, zweifle aber noch immer an mir, ob ich überhaupt für solche Radreisen geeignet bin.

Die Strecke wird glücklicher Weise besser, flacher und geht immer weiter bergab. Heiß bleibt es weiterhin, so dass unsere Lemon Sodas in den wenigen Bars, die es hier gibt, unsere Highlights sind. Als wir dann endlich den Campingplatz in Aquileia erreichen, bauen wir mit letzter Kraft unser Zelt auf, duschen und essen unsere Pasta. An der Bar noch ein Bier und dann schlafen. Als Rolf am nächsten Morgen freudestrahlend mit einer Gaskartusche aus dem Mini-Markt kommt, glauben wir das Problem des zuneige gehenden Brennstoffes sei nun gelöst, doch Pustekuchen. Unser Kocher passt nicht auf den Verschluss, der leider kein Gewinde hat. Sehr verärgert über die vergeudeten 11 Euro versucht Rolf die Kartusche zurück zu geben. Mit Erfolg!imageDie 20 km nach Grado sind ein Klacks und ein Cappuccino in einer der vielen Bars in der Altstadt passt uns gut. Ich könnte stundenlang in den Bars der italienischen Altstädtchen sitzen und Menschen beobachten. Die Suche nach einer passenden Gaskartusche bleibt weiterhin unser größtes Problem. Meine Idee, auf dem Weg von Grado nach Triest in einem Laden der großen Campingplätze unser Glück zu versuchen, setzen wir in die Tat um und entdecken megagroße Campinganlagen mit Malle-Charakter und entsprechendem Publikum. Rolf entdeckt tatsächlich die besagte Kartusche – aber aus seiner anfänglichen Euphorie folgt an der Kasse die Ernüchterung, denn hier läuft’s wie im Club Med. Ohne Armbändchen mit Chip läuft hier garnichts und die bekommst du nur als angemeldeter Campinggast. Zu unserem Erstaunen gibt es hier wohl doch hilfsbereite Menschen, denn gleich 2 Frauen bieten ihre Hilfe mit besagtem Chip an. Gesagt … getan … und die Kartusche passt! Unserem geliebten Caffè am Morgen und der abendlichen Pastaorgie steht nichts mehr im Wege.

Natürlich geht es zum Schluss der Route noch mal schön den Berg hinauf … lange, nicht zu steil, so dass ich in Rolfs Windschatten gut hochkomme. Jeder Schattenfleck wird von mir schon lange vorher mit Vorfreude anvisiert. So erreichen wir am frühen Nachmittag Camping „Albatross“, zwar auch mega groß mit mega Pool- und Sportanlagen, dennoch okay. Wie schön es ist, mal mehr Zeit und Energie zu haben, für Duschen, Kochen und Bierchen trinken und nicht wie an unseren 90 km am Tag müde und abgekämpft am Abend erst anzukommen . Unsere Dortmunder Nachbarn sind aufgeschlossen und interessiert. Sie bewundern unsere Art zu Reisen, unsere Sportlichkeit und Anstrengungsbereitschaft, was mir runterläuft wie Öl! Rolf kocht Pasta – was sonst? Wir lachen uns schlapp, als wir einem Italiener beim Zeltaufbau zugucken. Wir müssen uns richtig anstrengen, nicht ständig dorthin zu glotzen … das hat beim Camping einen großer Unterhaltungswert!

Mit Weißwein von der Bar versuchen wir unsere weitere Tour zu planen, doch das W-Lan hier hält nicht, was es verspricht. Dass Animation hier ein großes Ding ist, wissen wir ja, dass sie aber bis weiter über Mitternacht damit den ganzen Platz unterhalten, dagegen nicht. Es war unsäglich laut, so dass meine Ohrenstöpsel quasi den Geist aufgeben. „Wie können Menschen hier Urlaub machen?“ frage ich mich mal wieder.image

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Ein perfekter Radreisetag

Wie sieht er wohl aus, dieser perfekte Radreise-Tag? Nach einem reichhaltigem Rühreier-Frühstück, einer warmen Dusche ging’s dann nach dem Packen bei noch kühlen 15 Graf los. Anfangs noch ein Stück leicht berghoch, doch dann immer bergab, mal schneller, mal langsamer. Rolf präparierte die GoPro, damit auch die landschaftlichen Highlights während der Fahrt festgehalten werden können.

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Ein ehemaliger Bahnhof

Die Sonne wärmte uns zunehmend, der Himmel klarte auf und die Bekleidung reduzierte sich in dem Maße wie die Temperatur zulegte. Bis auf die vielen kühlen dunklen gefühlten 100 Tunnel waren es es angenehme 25 Grad. Diese Bahntrasse, die ehemals Wien mit Triest verband, führt durch das wunderschöne Val de Canal immer an der Fella entlang, durch Tarvisio nach Pontebba, ein kleiner typisch italienischer Ort, vorbei an Almwiesen, Wildbächen und den Ausläufern der Julischen Alpen. Unter uns die türkisschimmernde Fella, der blaue Himmel und das Grün der hohen Berge.

Val de Canal (Fella)

Val de Canal (Fella)

… ein unbeschreibliches Panorama! Nur Radweg, ohne Autos & Co . … das ist das Radler-Paradies. Kompliment an die Gemeinden, die den Ausbau der Trasse vorangetrieben haben und in den alten Bahnhöfen nette Bars und Cafés eingerichtet haben, beim Bier trifft sich die Radlerwelt. Nach ca. 70 km legten wir in Chiusaforte, dem Mirker Bahnhof auf italienisch, eine letze Pause ein … ohne Bier geht’s bei unserem Biergartenfreak natürlich nicht!

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Mirker Bahnhof auf italienisch

image… Und schon wieder entpuppten sich die letzten 20 km als Herausforderung. Entweder ging es unerwartet steil hoch, so dass ich zumindest immer mal wieder mein Rad in praller Sonne schieben musste oder Schotterwege und Flussläufe, die unseren Weg urplötzlich querten, verlangsamten unser Tempo. Jedenfalls war es immer wieder anstrengend. So langsam konnten unsere Popos (okay … Rolfs’ konnte es noch) auch nicht mehr auf dem Sattel sitzen, weswegen ich bei jeder Gelegenheit hin und her rutschte. Bei jeder Kurve dachte ich „ Gleich erscheint der Campingplatz. Gleich sehe ich Zelte oder Wohnwagen“… Doch nichts dergleichen. Es zog sich wie Kaugummi dahin und eh ich mich versah, kam schon wieder eine megasteile Steigung auf mich zu. „ Och nö … jetzt doch nicht schon wieder (aber Rolfo wartete immer schön brav auf mich … 😉 ). Bin doch jetzt auf Feierabend eingestellt … will Zelt aufbauen und duschen und vor Allem ESSEN!“ Doch was nützt es? Da musste durch … Also weiterkämpfen und radeln, schieben, radeln usw. Am Abend endlich erreichten wir den Campingplatz Val del Lago, wunderschön direkt am türkisblauen See gelegen. Mit letzter der Kraft und vor Hunger schon schwindelig bauten wir das Zelt auf. Glücklicherweise war von der gestrigen Pasta noch so viel übrig … schnell gebraten und fertig war das Abendessen. Ein kühles Bier an der Bar gab uns den gebührenden Abschluss dieses perfekten Rad-Reisetages!

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Die ersten Tage …

Mehr Bahn- als Radreise

Die ersten Tage waren wir in erster Linie damit beschäftigt, den Unwettern zu entfliehen und wir schafften es immer rechtzeitig. In München entschieden wir uns den Zug nach Prien am Chiemsee zu nehmen. Nach einer Übernachtung dort überredete uns die Wetterprognose auch dort den Zug zu nehmen. Mit Zwischenstation in Salzburg ging’s nach Spittal an der Drau. Jedes Mal ging das Unwetter los, sobald wir im Zug saßen – wir hatten alles richtig gemacht …

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Prien am Chiemsee

Endlich radeln …

Nach zwei weiteren Regentagen dort wachte ich auf und irgendetwas fehlte – genau, dieses „tack, tack tack …“, das typische Geräusch der Regentropfen auf dem Zelt. Sollte es wirklich sein? Ja, die Sonne kam wirklich durch und wir konnten unseren Caffè draußen in der wärmenden Sonne trinken. Während die Tschechen wirklich alles zum Trocknen ausgebreitet hatten, schätzen wir unser gutes und vor allem regendichtes Equipment. Das Zelt hat schon mal den absoluten Härtest überstanden … alles war trocken geblieben! Das Unwetter hatte so manches Zelt volllaufen lassen. Nach dem Packen tranken wir den 2. Caffè unter dem Dach, da sich ein weiteres Gewitter ankündigte.

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nach dem Dauerregen …

Endlich konnten wir losradeln, endlich in Bewegung sein … das war’s doch! Die Strecke bis Villach war „easy going“, flach, gut ausgebaut und ausgeschildert immer an der Drau entlang, die wie ein reißender Fluss, braun wie der Amazonas, immer weiter an Tempo zulegte, bis ein Wehr sie „beruhigte“. Die Strecke nach Tarvisio zog sich dann hin, da ständiges bergauf fahren anstrengend war, so dass meine Oberschenkel so nach 70 km langsam anfingen zu brennen. Dass die Sonne vom blauen Himmel schien und uns wärmte, löste Glücksgefühle in uns aus.

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endlich radeln …

Aufgrund der Unwetter gab es immer wieder überschwemmte Radwege, die mich sehr forderten. Einmal kapitulierte ich, brüllte:“ Roooolf, das kann ich nicht!“ Der überschwemmte Weg war tief und lang, umgeben von hohem Gebüsch, so dass seitlich auch keine Möglichkeit bestand. Rolf war mal wieder einfach durchgedüst, das bis zu den Packtaschen schwappende Wasser ignorierend und weder zu sehen noch zu hören. Ich stand alleine vor diesem sch … Wasser, zermarterte mir das Hirn, wie ich da jetzt durchkommen konnte, zog mir schließlich Schuhe und Socken aus und schob das Rad barfuß durch dieses verdammt eisige Wasser auf spitzen Steinen … „Aua, aua, verdammte Sch …!“ brüllte ich immerzu. Das ganze Stück kam mir viel zu lang vor. Endlich erblickte ich Rolf, der es wohl nicht fassen konnte, dass ich so daherkam. Schuhe wieder an und weiter ging’s stetig bergauf und bergab. Als wir die Landesgrenze nach Italien überquerten, genossen wir unser erstes Pflichtgetränk, einen Espresso.

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Willkommensgetränk

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Da die Sonne langsam unterging, wurde es zunehmend kühler. Nach der Abzweigung in Travisio ging es weitere 16 km berghoch auf einer herrlichen alten Bahntrasse, als Fahrradstrasse ausgebaut, nach Kransjka Gora. Ich war echt am Ende meiner Kräfte und wusste nach 5 km nicht, wie ich die restlichen 11 km noch schaffen sollte. Als wir gegen 20 Uhr den „Natura Eco Campingplatz“ erreichten, war ich total im Eimer. Zelt aufbauen, Pasta kochen, endlich essen … ohne Wein und ohne Bierchen … eben Eco! Diese Nacht konnten unsere Schlafsäcke nun zeigen, was sie können. Mit kalten Füßen und zwei Oberteilen verkrochen wir uns jeder in seinen Schlafsack und tatsächlich, sie schafften es, uns wieder auf zu wärmen.

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Natura Eco Camping

Am nächsten Morgen, noch im Halbschlaf fragte ich mich schon, wie ich das Duschen in dieser Kälte  nur überstehen soll, denn es gab nur Outdoor-Duschen. Ich blieb erst einmal so lange wie möglich im Schlafsack liegen und wärmte mich am Caffè, den Rolf wie jeden Morgen kocht. Die Sonne ließ sich ab und an mal blicken, doch bei kühlen 11 Grad wärmte sie uns noch nicht sehr stark. Da Rolf sich so sehr auf diesen Platz hier gefreut hatte, wollte ich ihn nicht enttäuschen und ihm sagen, dass ich gerne woanders hinfahren möchte. Als ich dann auch noch meine Haare nicht föhnen konnte, da es keine Steckdose gab, und mir schon wieder so kalt wurde, war meine Geduld fast am Ende. Glücklicherweise fand Rolf den Preis hier (27€/Nacht) überzogen, dafür, dass wir hier kein Strom und kein Wifi hatten. Das war ja fast wie wild campen. Wir packten, bezahlten, fuhren zum Touristen-Büro, erfuhren dort von einem ganz neuen Platz ca. 3 km hinter dem Ort und genau so war es. Alles war neu, die Toiletten, Duschen usw. Unfassbar schön und sauber, Platz ohne Ende mit Strom und Wifi zum gleichen Preis wie vorher! Die Sonne wärmte mehr als gestern, endlich!

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AlpeAdria 2016

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Lago di Cavazzo: 46.330121, 13.076326
Kranjska Gora: 46.484528, 13.785715
Spittal an der Drau: 46.676297, 13.546143
Prien am Chiemsee: 47.856181, 12.349098
Salzburg : 47.809490, 13.055010
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Lago di Cavazzo
Lago di Cavazzo, Udine, Italien
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Kranjska Gora
Kranjska Gora, Slowenien
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Spittal an der Drau
Spittal an der Drau, Österreich
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Prien am Chiemsee
Prien am Chiemsee, Deutschland
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Salzburg
Salzburg, Österreich

Mit’m Rädchen von München nach Triest …

Die Planungen für den Sommer stehen … mit’m Rädchen von München nach Salzburg, danach über die Alpen nach Triest und weiter nach Istrien (dann schauen wir mal …). Unterwegs in Kranjska Gora (Slowenien) noch ’ne Woche durch die Berge mountainbiken … wir können es kaum erwarten …

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Was wir in Indien gelernt haben …

Wo Kopfschütteln „Ja“ bedeutet

Unsere erste Begegnung hatten wir mit dem Tuk-Tuk-Fahrer am Busbahnhof in Kollam, den wir ziemlich erschöpft gegen 23 Uhr erreichten. Wir fragen ihn, ob er „Ashtamudi Villas kennt“ und er wackelt von rechts nach links und wieder zurück mit dem Kopf. Sieht lustig aus und denke mir, dass ich das unbedingt mal filmen muss. Aha, also hier in Kerala begegnen wir noch häufiger dieser Geste. Beim Versuch das Kopfwackeln zu imitieren scheitern wir. Bei uns sieht es irgendwie abgehackter aus. Es scheint in der Tat, als hätte der indische Kopf mehr Bewegungsfreiheit als unserer. Unserer Erfahrung nach wird es häufig als «Ja» verwendet. Es kann aber auch bedeuten, dass der Kopfwackler nicht weiß, wovon man spricht, dann ist es eher ein ausweichend-verlegenes «Jaja, klar» oder auch ein «Keine Ahnung», weshalb es zu Missverständnissen kommen kann.

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Indische Esskultur

„Wofür hat Gott uns die Hand gegeben?“ fragt uns ein Tuk-Tuk-Fahrer „damit wir damit essen können!“  Feinmotorisch geschickt rollen Inder den Reis in das Curry, drehen, drücken, drehen und drücken und zack … landet es im Mund. Natürlich wird nur mit der rechten Hand gegessen, die Linke hängt schlapp auf dem Schoß, da damit ja der Hintern abgewischt wird. Jedes noch so einfache Restaurant verfügt über ein Waschbecken mit Seife. In den nobleren Locations bekommt man sogar eine Schale Wasser mit Blütenblättern drauf an den Tisch gebracht.

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Höflichkeit, Hilfsbereitschaft und Kontrolle in Indien

Typische europäische Höflichkeitsfloskeln sind Indern eher fremd. Ein „Hello“, „Goodbye“ oder „Thank you“ beispielsweise fällt hier so gut wie nie. Manchmal werden wir mit einem strahlenden Lächeln beschenkt. Wenn wir mit unseren Rucksäcken beladen versuchen, uns in ein Tuk-Tuk zu quetschen, schauen uns die Männer zwar zu, helfen uns in aller Regel aber nur, wenn wir sie danach fragen. Ausnahmen gibt’ s natürlich auch, wie der ein oder andere Taxi oder Tuk-Tuk-Fahrer. Unfreundlich kommen uns die Polizisten, Wachmänner und andere wichtige Typen vor, wie beispielsweise in Flughäfen und Bahnhöfen, die uns meistens ohne Blickkontakt abfertigen, uns falsche Auskünfte geben, zum x-ten Mal die Bordkante, die Visa oder die anderen Formulare kontrollieren. Mit ernster Miene schauen sie auf das – verkehrt herum gehaltene –  Visum, studieren es gründlich, klappen den Pass zu und lassen uns mit einem „Okay“ durch. Ein paar Meter weiter steht schon das nächste „Machtmännchen“ und das Spiel beginnt von vorn. In keinem anderen Land wurden wir so oft kontrolliert wie in Indien.

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„Incredible situations“

… nenne ich die Situationen, in denen du mit deinem Latein am Ende bist … kein bisher gelerntes Muster, Modell oder Schema kann dir weiterhelfen … nichts ist so, wie du es kennst … deine Interpretationsmöglichkeiten sind zu beschränkt, als dass du irgendetwas verstehen könntest … und, wenn du glaubst, du hast irgendetwas verstanden, kommt es eh anders und du beginnst wieder von vorne. Wer das mag, ist in Indien richtig. Hier kannst du viel lernen.

Beispiele dafür kannst du erleben, wenn du mit der indischen Eisenbahn fahren möchtest. Allein das Kaufen der Tickets, das Auffinden des richtigen Abteils und Sitzes usw. sind so undurchsichtig, dass du besser bis zum Schluss daran zweifelst, dass du im richtigen Zug sitzt. Auf die Aussagen der teilweise freundlichen Inder kannst du dich leider nicht immer verlassen, da das Kopfwackeln viel mehr als nur ein „ja“ bedeuten kann. Also, „keep cool“, warte ab, was passiert. Rege dich erst auf, wenn es soweit ist.

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Hand in Hand über die Straße

Befreundete Männer und Frauen gehen Hand in Hand über die Straße, was nichts mit erotischer Liebe zu tun hat. Andererseits tauschen Frauen und Männer auf offener Straße keine Zärtlichkeiten aus, da. Auch die Kleidung sollte entsprechend bedeckt sein. Auch wenn Inderinnen mit kurzen Ärmeln oder auch einmal bauchfrei zu sehen sind, die Dekolleté und Schultern sind immer bedeckt und die Röcke lang. Besonders in Kirchen und Tempelanlagen ist es ratsam, ein Tuch oder einen Sarong dabei zu haben.

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Als Frau in Indien reisen …

Wir (2 Frauen) haben hier gute Erfahrungen gemacht … keine Grapscherei, keine gefährlichen Situationen. Im Bus immer nach vorne setzen und möglichst am Fenster oder in der Mitte sitzen, damit der neben dir stehende Mann sich nicht so nah an dich drücken kann Da das Finden des richtigen Zuges/ Busses bzw. das Umsteigen vom Zug in den Bus besonders „incredible“ ist, haben wir uns meistens jemanden gesucht, der „intelligent“ aussieht, da er dir in gutem Englisch und mit Höflichkeit weiterhilft, z.B. das nächste Ticket zu kaufen, den Busbahnhof zu finden o.Ä. Dann müsste die Weiterreise klappen! Wir haben uns nicht eingeschränkt oder stark belästigt gefühlt. Dass uns die Männer anstarren, halte ich für menschlich, da wir nun mal sehr auffallen. Dass sie dann auch noch so unglaublich gerne ein „Selfie“ mit dir haben möchten, ist lustig wie nervig, je nachdem, in welcher Situation du gerade steckst. Wenn sich dann noch jemand in Unterhose auf die Liege am Strand direkt neben dich legen möchte – obwohl andere Liegen frei sind – reicht ein entschiedenes „No“ und er zieht auch wieder davon. Also … no problem!

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Toiletten für Frauen sind ein Thema für sich. Da hat Indien noch was zu tun … in Zügen geht das eher in AC-Abteilen, sonst besser einhalten und so wenig wie möglich trinken. Auch in Beach-Restaurants ist davon abzuraten.

Reisen ist wie eine Dusche fürs Gehirn. Du siehst einfach Dinge und Menschen, die du dir nicht vorstellen konntest. So anstrengend es zeitweise auch ist, macht es auch entspannter. Du kommst nach Hause und hast so viel gesehen, so viele Erfahrungen gemacht und Situationen bewältigt. Reisen ist Training für Toleranz und Weltoffenheit … auf zu neuen Abenteuern …

India, we’ll come back …

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Indien

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Kollam: 8.893212, 76.614140
Coimbatore: 11.016844, 76.955832
The Backwaters: 9.939625, 76.259498
Palolem Beach: 15.006234, 74.032950
Goa: 15.299326, 74.123996
Margao: 15.283219, 73.986191
Ooty: 11.562277, 76.534522

Toskana Trail

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10 Tage unterwegs mit dem Mountainbike in der Toskana – auf dem Toskana-Trail –  das ist meine Planung für den Herbst. Eve hat mir für diese eine Woche frei gegeben, da sie in den Osterferien mit einer Freundin durch Goa tourt – ohne mich … tststs 😉

Start wird in Massa, in der Nähe von La Spezia, sein und nach 600 km und ca. 12000 hm hoffe ich dann in Monte Argentario an der Küste im Süden der Toskana wieder heil anzukommen.

Die Route wird zwar auch die Highlights wie Florenz, San Gimignano und Siena kreuzen, aber dazwischen querbeet über Stock und Stein, Wald und Wiesen und natürlich auch Berge, mit Strecken, die nur mit Schieben bewältigt werden können, beinhalten …

Da das Ganze mit dem Mountainbike und als Bikepacking-Tour (das Pendant zum Backpacking) geplant ist, liegt ein Schwerpunkt natürlich im sehr reduzierten Gepäck. Statt Zelt ist ein Tarp angesagt, mit anderen Worten habe ich vor, in freier Wildbahn zu übernachten, da viel Zeit außerhalb der Zivilisation verbracht werden wird. Werde mich aber auch nicht „scheuen“ mal ’ne Pension  in Anspruch zu nehmen – was aber nicht zwangsläufig der Fall sein wird.

Die Tour gibt es jährlich als Veranstaltung im Frühjahr und es gibt Fahrer, die diese Tour in drei !! Tagen schaffen … Das ist aber absolut nicht mein Ding und deshalb nehme ich mir auch ca. 10 Tage Zeit dafür und das finde ich schon leicht stressig … An- und Abreise ist mit dem Zug geplant.